QI/ die schöpferische Lebenskraft

Was ist das Qi ? 

QI (tschi) in China, Ch`i in Japan und Ki in Korea –  hat in westlicher Sprache viele Entsprechungen.

Es ist die schöpferische Kraft, die durch die polaren Kräfte Yin und Yang entsteht. Es ist die Energie, die in der Natur alles leben und funktionieren lässt. Anderseits ist es auch etwas feinstofflich Materielles, wie Luft, Dampf oder Atem, das sich überall verteilt und damit zum Leben erweckt.

QI ist Materie und Energie zugleich, Qi ist Bewegung, ist Aktivität, ist Leben. Jede Blockade im QI führt zu Störungen bzw. Schmerzen. Ohne Qi herrscht Stillstand, es gibt keine Gedanken, keine Bewegung, kein Leben und bedeutet schlussendlich: der Tod 

Das chinesische Schriftzeichen für QI bedeutet:

DAMPF ÜBER DEM KOCHENDEM REISTOPF

im Dampf finden sich zum einem kleinste Wassertropfen (Yin), als auch Wärme, Bewegung und Energie (Yang). Es ist das, was am Leben hält,  es ist die aufsteigende, sich nach oben entfaltende Bewegung. Qi begleitet alles was existiert und passiert. 

Wie entsteht QI?

Es entsteht durch die Aufnahme von Nahrung und der Atmung. Um jedoch QI aus der Nahrung aufnehmen zu können, müssen die Speisen auch QI (Energie/Wärme also guten Brennstoff) enhalten. 

Darum ist auch das gekochte/warme Frühstück  und eine gute Atmung in der TCM so wichtig, nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kinder!

(Eltern legen den Baustein der Gesundheit für ihr Kind)


Wie wichtig ist es für uns/unseren Körper und welche Aufgaben hat das QI?

  • es bewegt und treibt den Körper an – es bewegt alle Muskeln, die willentlich kontrollieren und die unwillentlichen wie zB. die Darmbewegungen.
  • es bewegt das Blut, die Energie und die Körperflüssigkeiten in unserem Körper.
  • es hat eine haltende Funktion (Blut in den Gefäßen, Organe am Platz, Schweiß im Körper)
  • es steuert die Funktionen unserer Organe, Herz, Lunge, Leber, Gallenblasen, Bauchspeicheldrüse, Magen, Darm, Nieren, Blase.
  • es nährt unser Gehirn und sorgt dafür, dass unser Geist klar und die Konzentration stark ist
  • es wärmt oder kühlt unseren Körper
  • es bestimmt unsere Vitalität und psychische Aktivität
  • es schützt uns vor krankmachenden äusserlichen Einflüssen (Wind, Kälte, Hitze, Trockenheit) – welche bei einem schwachen QI über die Haut eindringen können.
  • es ermöglicht alle Transformationen und Umwandlungen ( Stoffwechsel)
  • das QI der Milz sorgt dafür, dass alle unsere Organe am Platz bleiben (Organsenkungen = schwaches Milz QI)

Diese Einflüsse stören oder schwächen unser QI am meisten:

  • falsche Ernährung, auch auch zuwenig Essen oder hungern (auch auf Anbau und Herkunft achten)
  • Wetterfaktoren wie Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit und Wind
  • seelische Belastungen (Angst, Kummer, Sorge, unterdrückte Gefühle, Wut, zuviel Stress)
  • schlechte Lebensgewohnheiten (zuviel Alkohol, Drogen, Rauchen)
  • schwere Krankheiten (Chemotherapien)
  • extreme sportliche Verausgabung

Auch jede chronische Krankheit schwächt das QI. Fliesst das QI harmonisch, bleibt der Mensch gesund.

Da das QI durch tägliche Aktivitäten verbraucht wird, muss es immer wieder neu gebildet werden. Ein Schmerz ist auch der Schrei nach „fließendem QI“. QI Schmerzen teilt man in Fülle und Leere Muster ein (bringt man durch eine genaue Anamnese in Erfahrung) .

Fehlt es an QI, dann kommt es zu folgenden Disharmonien/Störungen im/am Körper oder in den Organen :

  1. Qi MANGEL

  • in Lunge und Milz: Antriebslosigkeit, Müdigkeit, generell körperliche Schwäche, Konzentrationsschwierigkeiten, Kurzatmigkeit/Atemnot, Asthma, Verdauungsstörungen/breiiger Stuhl, Ödeme/Wasseransammlungen, spontanes Schwitzen
  • im Herzen: Herzrasen, Unruhe, Schlafstörungen
  • in der Niere: Einschlafschwierigkeiten, häufiger Harndrang, Asthma

2. QI STAGNATIONEN (dh, der freie Fluss ist gestört)

  • Blähungen, Völlegefühl, Spannungsgefühl, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Depressionen und bedrückte Gefühle, Verspannungen, Schmerzen, Muskelkrämpfe – werden durch Bewegung besser.

3. REBELLIERENDES QI (das QI fliesst in die falsche Richtung)

  • im Magen und Leber:  Aufstossen, Schluckauf, Übelkeit, Erbrechen
  • in der Milz: Durchfall

Die QI Arten – hier die 3 Wichtigsten!

Das vorgeburtliche QI

es wird auch JING genannt – hat den Sitz in den Nieren – und wurde uns von unseren Eltern vererbt. Von diesem QI haben wir nur ein bestimmtes Maß an Energie zu Verfügung, welche sich im Laufe unseres Lebens leert.

Nach Auffassung der Chinesen erhält unser Körper bei der Geburt so viel vorgeburtliches Qi, dass wir damit 100 bis 120 Jahre alt werden könnten. Welches Alter wir tatsächlich erreichen hängt davon ab, wie gut wir unser Qi im wahrsten Sinne des Wortes ernähren und wie gleichmäßig unsere Lebensenergie durch unseren Körper fließen kann.

Daher gilt es, mit unserem JING sorgsam umzugehen, es zu schützen, zu pflegen und zu hegen und im Leben Maß zu halten, da dieser Speicher nicht mehr aufgefüllt werden kann.

Das JING bestimmt auch die Konstitution eines Menschen und auch die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten.

Die Ursache für eine frühzeitige JING-Erschöpfung sind:

  1. Überarbeitung
  2. schlechte Ernährung / schlechte Lebensweise
  3. übermäßige sexuelle Aktivität über einen längeren Zeitraum

Das nachgeburtliche QI

  • dieses wird von Magen und Milz durch die Umwandlung der aufgenommen Nahrung und Sauerstoff/Atmung gebildet.


Das Abwehr QI – Wei Qi

  • auch gleichzusetzen mit dem Immunsystem, welches in der Lunge produziert wird. Es ist in der Haut verteilt – zirkuliert quasi zwischen den Muskeln und der Haut. Es hat eine abwehrende und schützende Funktion vor krankheitsauslösenden Faktoren. Es dient quasi als Schutz vor der Außenwelt und den schädlichen Einflüssen .

    Das Wei Qi schützt nicht nur den Körper, sondern wärmt auch die Haut und die Muskeln, versorgt diese mit Feuchtigkeit, öffnet und schließt die Poren um die Körpertemperatur zu regenerieren. Tagsüber bewegt sich das Wei Qi an der Körperoberfläche, nachts schützt es die inneren Organe. Ist das Wei QI gestört, kann es auch zu Schlafstörungen kommen.


    Anbei ein kurzes Beispiel, wie man das QI im täglichen Leben schwächen kann:

    Dein Tag war sehr stressig, vielleicht auch ärgerlich. Die Luft in deiner Arbeit war schlecht. Du hast auch darauf vergessen richtig zu atmen und  hast nur oberflächlich geatmet. Auch hast du keine Lust und Zeit, um dir etwas frisches, gesundes zu kochen oder zu essen. Es gibt schnelles Essen – Fastfood, Fertiggerichte  oder Mikrowellen Essen und vl kommst du auch noch zu spät zum Essen. Keine Zeit und Lust für Bewegung an der frischen Luft – ab auf die Couch, vl noch etwas Süßes oder Alkohol , TV und spät ins Bett. Von einem erholsamen Schlaf keine Rede. DEIN NACHGEBURTLICHES QI wurde nicht wirklich genährt.

    In der Früh ist man meist antriebslos und müde und braucht eine längere Phase, um in die Gänge zu kommen. Der Körper bzw. die Organe greifen auf die Reserven zurück und gehen zur Niere, um sich dort Energie zu schnorren – die Energie der vorgeburtlichen Essenz. Diese wird im Laufe der Zeit immer weniger bis keine mehr zur Verfügung steht.


    Wie nähre ich das QI

    Um das Qi zu nähren und es zu regenerieren ist von Wichtigkeit:

    • gute, energiereiche warme Ernährung – saisonal essen dh, das was uns die  Natur zur jeweiligen Jahreszeit zur Verfügung stellt
    • warmes Frühstück 
    • sich nicht überessen und nicht zu spät essen
    • gute Atemfunktion dh, auf gute, sauerstoffreiche Luft achten
    • Bewegung in der frischen Luft (zb ein Waldspaziergang)
    • genügend Erholungsphasen / Auszeiten / Pausen / Urlaub 
    • im Einklang mit der Natur leben
    • Freude und Zufriedenheit bei der Arbeit – generell im Leben spüren

    Ist das QI zu wenig, schwach oder gestaut besteht die Möglichkeit, dieses bei mir, nach den Grundprinzipien der TCM, wieder auszugleichen. Auch gibt es QI aufbauende Kräuter!

     

Posted on: Februar 14, 2020, by :

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