Yin & Yang – die Polarität unserer Welt

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Nach der chinesischen Philosophie gibt es zwei polarisierende Kräfte – Yin und Yang – welche in der TCM eine große Rolle spielen. Nach Yin und Yang haben alle Phänomene der Welt ein Gegenteil, bilden aber zusammen eine Einheit. Die beiden polaren Gegensätze wirken im Wechselspiel zusammen und gehören ebenso wie die Vorder- und Rückseite eines Blatt Papiers zusammen. In nur einem Fall ist eine Trennung denkbar und zwar im völligen Stillstand, der jedoch den Tod bedeutet.

Yin repräsentiert die Nacht, die Dunkelheit, den Mond, die Kälte, aber auch die Ruhe, und die Materie. Yin wird auch der weiblichen Energie zugeordnet. Yang dagegen steht für den Tag, das Licht, die Sonne, die Wärme, die Aktivität, das Gebende. Yang wird der männlichen Energie zugeordnet. Dies soll jedoch keine Bewertung darstellen. Wir in der westlichen Welt tendieren sehr zu Wertungen, das hier aber nicht zielführend ist. Alle Kräfte müssen zusammen wirken, um eine Ganzheit zu bilden

Das Yin und Yang Symbol – genannt MONADE – besteht aus zwei Hälften. Der schwarze Teil steht für Yin, die weiße Hälfte symbolisiert das Yang. Im schwarzen Teil befindet sich ein kleiner weißer Punkt, im weißen Teil ein kleiner schwarzer Punkt. In jedem Yin steckt somit immer ein kleiner Teil Yang und umgekehrt. Yin und Yang stehen in einem dynamischen Gleichgewicht, sie gehen ständig in einen fließenden Prozess ineinander über und bestimmten den freien Fluss des Lebensenergie Qi.

In der chinesischen Vorstellung gibt es nichts Dauerhaftes, alles ist im Wandel. Die Jahreszeiten kommen und gehen. Unser Leben verläuft ebenso in Zyklen und Phasen (Menstruationszyklus, Schlaf- und Wachrhytmus). Das Einzige was bleibt, ist die Veränderung. Auch wir haben als Mensch die Möglichkeit uns weiterzuentwickeln, in der Veränderung Neues auszuprobieren, Altes zu überdenken und abzulegen. Yin und Yang stellen zwar etwas gegensätzliches dar, jedoch brauchen sich diese Gegensätze. Die Nacht kann nicht ohne den Tag sein, ohne Licht gäbe es keine Dunkelheit, ohne Unten gäbe es kein Oben

Für die Gesundheit unseres Körpers und Geistes geht es um den harmonisches Ausgleich von Yin und Yang. Ruhe und Aktivität sollten in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Sind Yin und Yang im Gleichgewicht, ist der Mensch gesund. Krankheiten treten auf, wenn das Zusammenspiel der beiden Pole aus dem Takt gerät. Man spricht sodann von einer Disharmonie. Alle Organe und Funktionskreise des Körpers lassen sich ebenso in Yin und Yang zuordnen.

Es gibt vier Arten von Yin und Yang Ungleichgewichte und zwar:

 

  • Yin Fülle (Überschuss). Zuviel Yin entsteht, wenn Schlacken nicht abtransportiert werden können oder ein Krankheitsfaktor von außen eindringt. Symptome: Schwellungen, Wasseransammlungen in den Beinen, Schwerfälligkeit, wenig Durst, Kälte, dumpfes Kopfgefühl, blasse Zunge mit dickem weißen Belag.

  • Yang Mangel (Yang Leere). Hier ist zu wenig Yang vorhanden, es überwiegt das Yin. Da Yang unserem Körper Wärme gibt, haben wir bei einem Yang Mangel kalte Hände und Füße und das Verlangen nach warmen Speisen. Symptome: Kältegefühl, Müdigkeit, wenig Durst, Blässe, Rückenschmerzen, Antriebslosigkeit, Blähungen, blasser Zungenkörper.

  • Yin Mangel (oder Yin Leere). Es besteht zu wenig Yin, das Yang überwiegt in diesem Fall. Im Körper herrscht ein Hitzegefühl, heiße Hände und Füße – vor allem nachts – sowie Durst. Symptome: Unruhe, Nervosität, Einschlafstörungen, Nachtschweiß an den 5 Herzen (Hände, Füße und Brust) Durst, roter rissiger Zungenkörper ohne Belag.

  • Yang Fülle (Überschuss). Hier ist zu viel Yang vorhanden. Dieses geht über die Normalität hinaus. Symptomatik: Hitzegefühl, Fieber, Durst, hochroter Kopf, Aggressivität, Schwitzen, rote Zunge mit gelbem Belag.


    Mittels einer Anamnese, Puls und Zungendiagnose kann herausgefunden werden, ob ein Ungleichgewicht im Yin oder Yang vorliegt und sodann bestimmte Maßnahmen ergriffen um einen Aspekt zu stärken oder den anderen zu mindern, um so einen Ausgleich herbeizuführen und das Wohlbefinden und die Gesundheit des Klienten wieder herzustellen. 

Posted on: November 6, 2016, by :

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